Kerbsonntag in der Remise

In diesem Jahr beteiligen wir uns wieder an der Pfungstädter Kerb, nicht beim Umzug wie sonst, sondern am Kerbsonntag mit einem Ausstellungsangebot in der Remise in der Rügnerstraße 35a, die man direkt von der „Partymeile“ auf der Eberstädter Straße erreichen kann. Lara Schäfer hat mit Hilfe von Helga Hake eine kleine Präsentation unserer Kleider-Sammlung erstellt. Diese ist auch in der Remise gelagert und soll ergänzt werden. Dazu wollen wir Kaffee und Kuchen reichen und freuen uns über Ihren Besuch am Kerbsonntag, 10. September von 13 bis 18 Uhr.

Weiterhin wollen wir auf die zukünftigen Aktivitäten in der Remise aufmerksam machen Zuerst einmal die vom Museum und Museumsverein in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv erstellte Ausstellung zu den Pfungstädter Zündholzfabriken, bei der die Location natürlich passend ist, denn die Remise war Teil der größten Zündholzfabrik Pfungstadts, dort waren Pferdestall und die Kutschen untergestellt. Dies wir am am 8. Oktober eröffnet und geht mit verschiedenen Aktionen bis Mai 2018.

Unabhängig davon startet die Gruppe  „Spanisch und Tapas“, die sich jeden letzten Freitag im Monat trifft und sich an Leute richtet, die Spanisch lernen wollen und für spanischsprachige Länder interessieren.

Dann wollen die Engagement-Lotsen ein Medienzentrum einrichten. Darin soll mit dem Medium Video gearbeitet werden, einerseits zur Dokumentation der Zeitgeschichte der Stadt, andererseits zum Training interessierter Bürger bei Dreh, Schnitt und Vertonung von Videoprojekten, die dann auf ihrem Youtube-Kanal laufen (ehrenamt-pfungstadt).

Von allen Projekten sind am Kerbsonntag Beteiligte da und können gerne darauf angesprochen werden!

Das Museum in der Borngasse 7 ist am Kerbsonntag von 15-17 Uhr geöffnet. Die Sonderausstellung zur Landwirtschaft kann besichtigt werden.

 

Impressionen aus der Landwirtschaft

Zur Zeit können Impressionen der Pfungstädter Landwirtschaft im Museum besichtigt werden. Passend zum Erzählcafé sind Exponate zur Landbestellung, der Milch und Butterproduktion, sowie vom Korn zum Mehl, die vor 60/70 Jahren Alltag waren, ausgestellt. Mitglieder des Museumsvereins trugen die ausgestellten Exponate zusammen. Rainer Ohl steuerte passende Bilder dazu bei, Thomas Pfeifer verdanken wir die Sammlung der Traktoren- und Landmaschinenprospekte aus den dieser Zeit.

Zündholz-Erzählcafé

 

Am 27.7.17  zog das Erzählcafé vom Museum in die Remise. Grund war  das Thema Zündholzfabrikation.

Adolf Hake begrüßte  eine interessierte Runde, besonders Frau Gertrud Höhenberger. Sie war ein Leben lang verbunden mit der Fabrikation und der Familie Büttel. Die Remise ist der Rest der Fabrikanlage, sie war Pferdestall und Wagenhalle. Sie sollte als Kulturstätte an die große Werksanlage erinnern. Der Bauverein ließ sie hierfür umbauen. Der Museumsverein und das Museum dürfen sie kulturell nutzen. Zahlreiche sehenswerte Ausstellungen haben hier stattgefunden. Frau Höhenberger konnte viel erzählen über die Entwicklung der Zündholzherstellung, ebenso über die Spankorb-Produktion, die einen eigenen Pappelwald hatte.

Viele Pfungstädter fanden hier Arbeit und Brot, auch die Kinderarbeit wurde erwähnt. Eine Dame erzählte aus ihrer Kindheit, wie sie ihre Mutter am Werkstor abholte, die Arbeitszeit war von 6 Uhr früh bis 18,00 Uhr. Der Stundenlohn lag bei 2,29 RM. Auch Rainer Ohl erinnert sich noch gut an die Anlage zwischen Rügner Straße und Eberstädter Straße. Bedauert wurde, dass nach Aufgabe der Produktion  dieses Gelände nicht städtebaulich besser entwickelt wurde.

Zündholzsteuer, Weltholzkartell, Monopol, Weltwirtschaftskrise, zwei Weltkriege forderten immer wieder neue Entscheidungen von den Fabrikanten. Bis Ende 1960 liefen für die Firma Büttel, die letzte Zündholzfabrik in Pfungstadt, die zugeteilten Aufträge der Monopolgesellschaft.

Museumsleiterin Marion Roth berichtete, dass im Herbst nochmals eine Zündholzausstellung hier in der Remise vorbereitet wird. Hierfür haben sich schon viele Interessenten angesagt. (A. Hake)

Zündholzfabrik Büttel

Als Vorgriff auf die diesjährige Ausstellung (Eröffnung 8.10.) in der Remise wurde dieser Termin schon dort abgehalten. Frau Höhenberger, ehemalige Mitarbeiterin, konnte sehr anschaulich erzählen und auch erklären, wie die Zündhölzer und Spankörbe hergestellt wurden, wie das mit dem Monopol und der Zündholzsteuer war, warum 1972 die Firma aufgeben musste u.v.m.

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Erzählcafé 2017: Besuch des Müllbergs

Im Rahmen des Erzählcafés fand auch dieses Jahr wieder eine gemeinsame Radtour an. Das Ziel 2017 war der höchste Punkt Pfungstadts, der Müllberg im Pfungstädter Moor. Das besondere an diesem Ziel war, dass wir den Müllberg – der auch Monte Scherbelino genannt wird – besteigen durften. Normalerweise ist dies aus Sicherheitsgründen nicht möglich, doch für die Teilnehmer des Erzählcafés wurde einen Ausnahme gemacht. Und es hat sich gelohnt!

Der Müllberg ist ca. 29 Meter hoch und oben angekommen, hat man einen schönen Blick über das Moor auf der einen Seite und Pfungstadt auf der anderen.

Von 1950 bis Mitte der 1980er Jahre wurde jeglicher Müll im Moor abgeladen. 1986 wurde die Mülldeponie geschlossen, mit verschiedenen Schichten aus Schutt, Lehm und Erde bedeckt und zu einem Biotop für Tiere und Pflanzen umgewandelt. Regelmäßig ist eine Schafherde auf dem Monte Scherbelino zu Gast, um dort auf natürliche Weise Gräser und Pflanzen zu stutzen und gleichzeitig die Erde fest zutreten, um diese so vor Erosion zu schützen.

Wer mehr über den Müllberg erfahren möchte, kann sich auf der Seite des Landkreises Darmstadt-Dieburg informieren.

Am kommenden Freitag, 28.07.2017, steht übrigens wieder eine Radtour an. Ziel ist der jüdische Friedhof in Alsbach. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Museum.