Kinderzimmer zur Weihnachtszeit

Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Museumsverein Pfungstadt e.V. und das Stadtmuseum am Pfungstädter Weihnachtsmarkt (3. Advent) mit der Ausstellung „Kinderzimmer zur Weihnachtszeit“ und einem Museumscafé in der Säulenhalle des historischen Rathauses. Kinderzimmer, wie wir sie heute kennen, gibt es noch nicht lange. In (groß-)bürgerlichen Haushalten, wo  Dienstmädchen und Erzieher angestellt waren, gab es schon seit dem 18 Jahrhundert eingerichtete Kinderzimmer, wo die Kinder mit Spielzeug lernen sollten, was man als Erwachsener braucht. Mit Zinnsoldaten wurden Kriegshandlungen nachgestellt, mit Puppenhäuser konnte man üben, einen großen Haushalt zu führen. Besonders in der Biedermeierzeit, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, war die Frau, wenn man sich das leisten konnte, für Kirche, Küche, Kinder zuständig und das traute Heim war das Idealbild, wo brave Kinder zu Weihnachten auch viel Spielzeug als Geschenk erhielten. Für alle anderen gab es erst nach dem zweiten Weltkrieg ein eigenes Kinderzimmer, wie man in den Bauplänen der Häuser ersehen kann. Die Kinder schliefen vorher bei den Eltern oder alle zusammen in einer Schlafstube, das Spielen fand in der Küche oder draußen statt. Wo es bei den Großeltern noch etwas besonderes war, ein eigenes Bett zu haben, war bei den Eltern ein eigenes Zimmer nur selten vorhanden, was besonders während der Jugendzeit zu Konflikten führte. Heute hat jedes Kind einen Anspruch auf ein eigenes Zimmer, sobald es kein Säugling mehr ist. In der Ausstellung soll auf diesen Wandel eingegangen werden und es wird viel Spielzeug aus verschiedenen Epochen ausgestellt, das besonders zu Weihnachten wieder hervorgeholt wurde, damit die Kinder damit spielen konnten. Es gab dann neue Puppenkleider oder Teile zur Eisenbahn als Weihnachtsgeschenk, die oft selbst hergestellt wurden. Kaufen war die Ausnahme und nur in reicheren Familien möglich. In Pfungstadt gab es in den 20er Jahren die Firma Eimumö, die hochwertiges – und teures – Spielzeug herstellte, auch dies soll in der Ausstellung gezeigt werden. Weiterhin wird Spielzeug zu sehen sein, dass im Krieg oder von Kriegsheimkehrern hergestellt wurde, die damals ihre Familie damit ernährt haben, bis es wieder Arbeitsmöglichkeiten gab. Eine Modelleisenbahn wurde aufgebaut, eine Dampfmaschine ist im Einsatz sowie Puppenhäuser, ein Kaufladen und vieles mehr zum Ansehen und auch zum Bespielen. Am Samstag, 15.12. ist die Ausstellung von 14 bis 22 Uhr geöffnet, am Sonntag von 13 bis 20 Uhr, das Museumscafé ist jeweils von 14 bis 18 Uhr in Betrieb. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Modelleisenbahnen satt

Sehr gut kam unsere diesjährige Ausstellung bei groß und klein an – der Männeranteil war ausgesprochen hoch und wir können wieder sagen: Der Aufwand hat sich sehr gelohnt! Vielen Dank für Ihren Besuch und den Zuspruch! Hier ein paar Impressionen – vor lauter, lauter sind wir sehr wenig zum Fotografieren gekommen 😉

Qualmende Lokomotiven

Schon seit vielen Generationen wird unter unzähligen Weihnachtsbäumen die Modelleisenbahn aufgebaut. Oft als Geschenk für den Sohn getarnt, erfüllte sich eher der Vater seinen geheimen Modellbahnwunsch. War der Sohn dann infiziert, gab es jedes Jahr eine Erweiterung zur Modellbahn. Anfangs meist nur als „Teppichbahn“ aufgebaut, entstanden bei Modellbahninfizierten ganze Modellbahnwelten. In Pfungstadt gab es früher vier Geschäfte, die Modellbahnen verkauften und wo man sich als Kind zur Adventszeit die Nase an den Schaufenstern platt drückte, um die Anlagen zu bewundern.

In der Ausstellung des Museumsvereins und des Stadtmuseums zum Pfungstädter Weihnachtsmarkt am 3. Adventswochenende werden Beispiele für die Entwicklung der Modellbahn von den 1930er Jahren bis heute aufgezeigt. Ausgestellt werden eine Original Märklin-Ausstellungsanlage mit elektromechanischer Steuerung von ca. 1970, die zweite Anlage wird über eine selbst gebaute Elektronik gesteuert, während die dritte Anlage über digitale Technik verfügt. Da können die Lokomotiven qualmen, originalgetreue Fahrgeräusche von sich geben, sie zeigen ein realistisches Fahrverhalten und das Ablaufprogramm kann komplett im digitalen Steuergerät einprogrammiert werden. Auch zeigt die Ausstellung einen Querschnitt zur Modellentwicklung und die immer detailliertere Formgebung der Modelle. Für die kleinen Besucher gibt es zu dem eine Playmobilbahn zu bestaunen.

Am Samstag, 16.12.17 wird die Ausstellung um 14.30 Uhr mit einer Führung in der Säulenhalle des historischen Rathauses eröffnet. Hier kann man sich von den Fachmännern alles zeigen und erklären lassen. Danach wird Kaffee und selbstgebackener Kuchen im Museumskaffee angeboten. Die Ausstellung ist an beiden Tagen von 14.00 bis 20 Uhr geöffnet, das Café schließt um 18 Uhr. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

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Weihnachtsmarkt-Nachlese

Wie in jedem Jahr hat sich das Stadtmuseum am Pfungstädter Weihnachtsmarkt am 2. Adventswochenende beteiligt und im historischen Rathaus zusammen mit dem Museumsverein und dem Verein „Kunstwerk“ eine Ausstellung aufgebaut und ein Museumscafé eingerichtet. Das Rathaus war weihnachlich geschmückt, die Kinder waren fasziniert von der Eisenbahn, die Erwachsenen von den Bildern, dem alten Christbaumschmuck und den Krippen aus aller Welt.