Aktuelle Ausstellung des Museumsvereins: Vergessene Künste

Haben Sie am Sonntag schon etwas vor? Ganz egal wie das Wetter wird, wir laden Sie ein, in der Alten Remise in der Rügnerstraße vorbeizukommen, um sich die Ausstellung Vergessene Künste – Altes Handwerk und seine Werkzeuge des Museumsvereins Pfungstadt anzuschauen. Noch bis einschließlich Oktober öffnet die Alte Remise an jedem 1. Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr ihre Pforten und zeigt längst vergessene Werkzeuge, die teilweise Jahrhunderte lang von unseren Vorfahren eingesetzt wurden. Ebenso alt sind auch viele der Exponate. Hammer, Werkband, Bügeleisen, Näh-Utensilien und Spinnrad sind nur einige der handwerkliche Zeitzeugen, die zu bestaunen sind.

Der Eintritt der Ausstellung Vergessene Künste ist kostenlos – aber selbstverständlich freut sich der Museumsverein auch über eine Spende.

Termine Ausstellung Vergessene Künste:

01.06.2014
06.07.2014
03.08.2014
07.09.2014
05.10.2014

Geöffnet an jedem 1. Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr:
Alten Remise
Rügnerstr. 35a
64319 Pfungstadt

Kontakt:
Martin Schickel
Tel.: 06157- 83629

Eröffnung der Austellung Zirkus Lorch

Am vergangenen Sonntag wurde im Pfungstädter Museum die neue Ausstellung rund um die Eschollbrücker Zirkus-Familie Lorch eröffnet. Viele Leute kamen, um die Geschichte der Familie Lorch zu hören, die Clownsgruppe der Gutenbergschule Eschollbrücken zu sehen und auch den Erzählungen der Nachkommen (Familie Storms Bento), die viele Jahre im Zirkus verbracht haben, zu lauschen. Hier ein paar Eindrücke:

Besichtigung der Ausstellungsstücke

Besichtigung der Ausstellungsstücke

Zirkus-Projekt der Gutenbergschule Eschollbrücken

Zirkus-Projekt der Gutenbergschule Eschollbrücken

 

Lesung aus dem Buch "Briefe aus den Lagern"

Vorstellung des Buchs „Briefe aus den Lagern“                                                           (fotos: rainer ohl)

Bilder der Familie Lorch

Bilder der Familie Storms Bento

 

 

Zirkus-Kostüme der Familie Lorch

Zirkus-Kostüme der Familie Storms Bento

 

Die Ausstellung ist donnerstags von 15 bis 18 Uhr, und sonntags 14 bis 17 Uhr (mit Begleitprogramm um 16 Uhr) zu besichtigen. Wir bieten auch für Gruppen gesonderte Öffnungszeiten an.

Gruppenbild der Famile Lorch 2014

Gruppenbild der Famile Storms Bento 2014

Exponate zur Zirkus-Ausstellung

Dokumente, Bilder und Bücher zur Familie Lorch

Erzählungen aus dem Zirkus-Alltag der Familie Lorch

Erzählungen aus dem Zirkus-Alltag der Familie Bento Storms, stehend: Jano, 3. von links: Mary                                                (fotos: alexandra zimbrich)

Der Pfungstädter Wellberg: Vortrag von Dr. Thomas Maurer

Dr.-Thomas-Maurer-Vortrag-Wellberg

Dr. Thomas Maurer Vortrag zum Wellberg am 7. Mai 2014

Vergangene Woche stellte der aus Pfungstadt stammende Archäologe Dr. Thomas Maurer seine Ergebnisse zu den Ausgrabungen am Wellberg vor. Die Ausgrabungen fanden im August 2013 statt und sollten neue Erkenntnisse über den unter Denkmalschutz stehenden Wellberg in der Pfungstädter Gemarkung aufzeigen.

Der Wellberg war bereits zu früheren Zeiten ein beliebtes Objekt für Archäologen und Historiker. Schon vor über 200 Jahren – um genau zu sein 1807 – wurde der auch als Wild-Hügel bekannte Berg erforscht, zum letzten Mal 1974 durch Valentin Liebig. Damals wurden auch Überreste aus der Bronzezeit gefunden, was eine kleine Sensation auslöste. Heute ist bekannt, dass im Gebiet von Pfungstadt in der Bronzezeit Menschen gesiedelt haben und sich im Mittelalter  auf dem Wellberg eine Niederungsburg befand.

Da auf dem Wellberg keine größeren Grabungen vorgenommen werden durfte, wurde das Gebiet um den Hügel untersucht. Eine der wohl interessantesten Erkenntnisse, die die Ausgrabung gebracht hat, ist dass die Niederungsburg, die sich auf dem Wellberg befand, eine sogenannte Vorburg besaß. Außerdem konnte aufgrund von Luftaufnahmen und digitalen Geländemodellen herausgefunden werden, dass die Burg des Wellbergs über Gräben verfügte. Es war damals nicht unüblich, dass Gräben Burgen umgaben. Was die Gräben des Wellbergs allerdings besonders machen, ist die Anzahl. Sieben bis acht Gräben konnten ausgemacht werden, normal waren zu damaligen Zeiten ein bis zwei.

Luftaufnahme Wellberg Copyright Peter Groß, Mühlhausen

Luftaufnahme Wellberg
Copyright Peter Groß, Mühlhausen

Gefunden wurden bei den Ausgrabung, bei der u.a. Mitarbeiter des Pfungstädter Betriebshofs, Studenten und Ehrenamtliche geholfen haben, Scherben, Knochen und Steine. Auch einige Hufeisen gehören zu den Fundstücken. Die Scherben stammen unter anderem von einem mittelalterlichen Becherkachelofen und bei den Knochen handelt es sich nicht um menschliche Knochen, sondern um Tierknochen.

Alles in allem konnte bei der Ausgrabung jede Menge Material gesammelt werden, das in den nächsten Jahren näher erforscht werden soll. Auch sollen die Fundstücke in einer eigenen Ausstellung im Pfungstädter Museum gezeigt werde. Eine solche Ausstellung ist im nächsten Jahr geplant. Wenn es soweit ist, halten wir Sie selbstverständlich hier im Blog auf dem Laufenden.

Zirkus, Zirkus

 

 

Vorhander

 

 

Das Stadtmuseum Pfungstadt wird zum Internationalen Museumstag 2014 am 18. Mai seine Zirkus-Ausstellung eröffnen. Das Motto des Tages lautet „Sammeln verbindet“ und wir zeigen einen großen Teil der Sammlung von Peter Storms Bento, der im letzten Jahr verstarb. Peter Bento wuchs in einer Zirkusfamilie auf und war in der Clowntruppe Bento aktiv, die in verschiedenen Zirkussen arbeitete. Die Familie Bento hatte über Jahre Kontakt zur Lorch-Truppe. Die weltberühmte Zirkusfamilie Lorch begann im 18. Jahrhundert mit Reiten und Artistik und gründete dann die Ikariertruppe Lorch (von Ikarus: fliegender Mensch). Sie war in Eschollbrücken, einem Stadtteil von Pfungstadt, beheimatet und hatte Auftritte in Buenos Aires, New York, Philadelphia, Paris u.a.. Wenn sie ihr Winterquartier in der Heimat bezogen, zogen sie mit Elefanten und Prunkwagen in Eschollbrücken ein und wurden dort von einem Musikzug empfangen.

Während eines Gastspiels des Zirkus Althoff in Pfungstadt 1940 kamen Irene, die Enkelin des Zirkusdirektors Julius Lorch, und Peter Bento zusammen. Sie arbeitete fortan als Clownesse beim Zirkus Althoff bei der Bento-Truppe. Da die Lorch-Familie jüdischen Glaubens war, musste Peter Bento seine Frau und dann auch ersten beiden Kinder während der NS-Zeit vier Jahre lang  verstecken. Dies geschah im Zirkus Althoff mit Unterstützung der Direktion. Das Buch „Der Clown und die Zirkusreiterin“ erzählt von dieser bewegenden Geschichte. Die Lorch-Brüder, also die Onkel von Irene, kamen in Lager und haben nicht überlebt, wie auch viele andere Familienmitglieder.

1948 konnten Peter und Irene endlich heiraten und kehrten zurück nach Eschollbrücken. Sie arbeiten weiter als Artisten und auch die fünf Kinder ergriffen diesen Beruf.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Ehemalige Synagoge Pfungstadt e.V. realisiert. Am 18. Mai wird die Ausstellung mit einem Vortrag von der Vorsitzenden Renate Dreesen  eröffnet, die auch die in diesem Jahr herausgegebenen Bücher „Briefe aus den Lagern“ der beiden Brüder Lorch vorstellt. Anschließend gibt es eine kleine Aufführung eines Zirkusprojekts der Grundschule Eschollbrücken. Um 15 Uhr folgt ein Gespräch mit Mary Storms, Tochter von Peter und Irene Storms Bento, über ihr Leben im Zirkus.

Die Ausstellung ist bis 14.7.2014 zu sehen, jeweils donnerstags 15 bis 18 und sonntags 14 bis 17 Uhr. Es wird sonntags ein kleines Begleitprogramm mit Gesprächen und einem Dokumentarfilm angeboten, aktuelle Informationen jeweils hier im Blog.

Exponat des Monats Mai 2014: Eichen-Brunnen

Es ist das erste Exponat des Pfungstädter Museums, das alle Besucher beim Hinaufkommen der Treppe zu Gesicht bekommen: Eichen-Brunnen-Museum-PfungstadtDer große, alte Eichen-Brunnen, der ungefähr die Hälfte des Eingangsbereichs einnimmt.

Der ehemalige Museumsleiter Valentin Liebig persönlich hat den Brunnen zusammen mit dem THW in der Gemarkung Pfungstadt – genauer gesagt im Pfungstädter Moor – ausgegraben. Wahrscheinlich wurde der Brunnen im 2. oder 3. Jahrhundert erbaut. Doch nicht allein das Alter machen den Brunnen zu einem besonderen Exponat in unserem Museum: Der Brunnen ist außerdem aus einem einzigen großen Eichen-Stamm gefertigt wurde.Eichen-Brunnen-Museum-Pfungstadt-Nah-Ansicht

In dem Brunnen gefunden wurden weitere interessante und ebenso alte Utensilien: Münzen, Spangen und diverse Scherben.

Wollen Sie den Eichen-Brunnen gerne in natura sehen? Dann besuchen Sie uns. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!