Vortrags-Nachlese

Impressionen vom Vortrag der Archäologin Miriam Steinborn am Donnerstag über die Standortfaktoren der Klöster. Sie erörterte anhand vier Beispiele, welche Faktoren wichtig waren und wie sie bewirkten, dass diese Klöster, meist nach nur einigen Jahren, umzogen. Beim Kloster Lorsch war das Prestige der ausschlaggebende Faktor. 765 bekam das Kloster von Papst Paul I.  die Gebeine des Heiligen Nazarius und erlangte durch diese Reliquien ein Prestige, dass einen neuen Bau mit sich zog. Wir bedanken uns bei dem Verein Terraplana für die gute Zusammenarbeit und freuen uns auf den nächsten Vortrag am 27.6. von Kai Jan Kutscher über jüdische Händler in Pfungstadt.

Ausstellungseröffnung „Pfungstädter Kinos“ am Sonntag, 15 Uhr

Für viele alteingesessene Pfungstädter gehörten die Kinos zu den wichtigsten Einrichtungen des gesellschaftlichen Lebens. Heute ist das leider nicht mehr so, aber besonders in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts waren sie ein fester Bestandteil des kulturellen Angebots. Sie boten um die 1000 Plätze in unserer nicht so großen Stadt und waren zu ihren Glanzzeiten immer gut besucht. Gerade in den Jugendjahren, an die man sich später gern, aber auch leicht melancholisch zurückerinnert, nutzte man sie als Unterhaltungsprogramm und Treffpunkt. Man wurde als Kind mit den Geschwistern in die Sonntagsnachmittagsvorstellung geschickt, stand in der Schlange zum Fahrkartenverkauf und unterhielt sich voller Vorfreude mit Bekannten, kam sich näher als Pärchen in den letzten Reihen, genoss das Eintauchen in fremde Welten und Zeiten in den Hollywoodfilmen, wurde aufgeklärt mit den Schulmädchen-Reporten und viele halfen bei den Filmvorführungen, weil sie einfach Kino-Enthusiasten waren.

Vielen ist das Stoltze/Scala Kino nicht mehr in Erinnerung, es schloss schon 1963 seine Tore. Das Deli-Kino war nicht nur wegen seines mondänen Balkons in romantischer Erinnerung, auch seine Zeit danach als Disco „Old Movie“ war legendär. Der Saalbau, das dritte Kino zeigt seit 1927 Filme und hat schon viele wechselvolle Jahre erlebt. Es wurde von Georg Wilhelm Vögler mit cineastischer Leidenschaft über Jahrzehnte geführt, bis es 1987 der Förderverein übernommen hat. So kann man jetzt nicht nur Filme in einem wunderbaren 50er Jahre Ambiente genießen, sondern auch andere kulturelle Veranstaltungen besuchen, die dort ausgerichtet werden. Leider verstarb Georg Wilhelm Vögler 89-jährig im Juni dieses Jahres. Er unterstützte die Ausstellungsmacher bei der Suche nach alten Bildern und erzählte von den Glanzzeiten des Kinos.

Rainer Ohl, ein großer Kino-Enthusiast, initiierte die Ausstellung und stellte sein Wissen und seine Sammlung von Kino-Plakaten und –programmen u.a. zur Verfügung. Manfred Nüsseler vom Film- und Videoclub Darmstadt verlieh das Wanderkino des Clubs und wird bei der Vernissage am Sonntag, 18. September, 15 Uhr über die geschichtliche Entwicklung des Kinos sprechen. Das findet dann aus räumlichen Gründen in der ehem. Synagoge in der Hillgasse statt. Danach geht man zur Ausstellung ins Museum, wo Führungen in kleinen Gruppen angeboten werden und man sich noch beim Glas Sekt über die eigenen Erlebnisse in den Pfungstädter Kinos austauschen kann.

Rainer Ohl wird etwa jeden zweiten Sonntag das Museum öffnen und als Filmliebhaber verschiedene Filme vorstellen, der Schwerpunkt liegt dabei, wie in seiner Sammlung, auf den Hollywood-Filmen der 50er und 60er Jahre. Außerdem veranstalten wir in der „Woche der Kunststoffstraße Landkreis Darmstadt-Dieburg“ zum Thema Celluloid einen Abend im Saalbaukino, gemeinsam mit dem dortigen Förderverein zu den 50er Jahren mit „Rock’n Roll und Petticoat“ am 5.11.2016.

Hier noch Bilder von der Vorbereitung und dem Kerbumzug:

Vortrag am 30.06.2016 zur Zündholzfabrikation in Pfungstadt

Die Vortragsreihe „Wissenswertes – Interessantes – Historisches in und über Pfungstadt“ geht weiter. Wie immer am letzten Donnerstag des Quartals laden das Pfungstädter Stadtarchiv und das Museum in die Synagoge ein, in der ein Thema rund um Pfungstadt vorgetragen wird.

Der aktuelle Vortrag „Die Zündholzfabrikation in Pfungstadt von 1851 bis 1972“ zeigt auf, welche wichtige Rolle dieser Industriezweig über 120 Jahre in Pfungstadt gespielt hat. Insgesamt sieben Zündholzfabriken gab es hier einmal. Während des Zündwarenmonopols, das ab 1930 in Kraft trat gab, waren es nur noch zwei. 1972 schloss die letzte Zündwarenfabrik ihre Pforten und beendet so eine Pfungstädter Ära.Plakat_Zuendholzfabrikation

In den Pfungstädter Zündholzfabriken waren im 19. Jahrhundert viele Menschen beschäftigt, vor allem Frauen und Kinder

Selbstverständlich ist der Eintritt wieder kostenlos. Begleitend zu dem Vortrag ist in der Heftreihe „Informationen aus dem Stadtarchiv“ eine Version über die Zündholzfabrikation erschienen, die ab Donnerstag im Archiv zu erhalten ist oder beim Vortrag in der Synagoge ausliegt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

P.S. Das nächste Thema steht auch schon fest:

29.09.2016: Pfungstädter Anzeiger
Referenten: Wolfgang Roth (Verein für Heimatgeschichte Eschollbrücken-Eich) und Bernd Helène

Live-Musik und -Tanz aus Indonesien

Gestern fand unsere Veranstaltung zur indonesischen Kultur statt. Wie man auf den Bildern sieht, war es sehr farbenfroh!

Wir waren sehr beeindruckt von der indonesischen Studentengruppe. Neun Personen kamen, der Sänger, der Trommler, drei Tänzer und vier Tänzerinnen. Sie stellten den „Saman“ den indonesischen 1000-Hände-Tanz vor, der in einer Reihe getanzt auf Knien wird. Es ist ein Tanz, der nur mit dem Oberkörper, aber dafür in vielen Varianten durchgeführt wird. Gut, dass wir noch einen Teppich geholt hatten… Es war nicht nur farbenfroh, sondern auch sehr lebhaft und rhythmisch, die Akteure waren mit viel Freude dabei, das war ihnen anzusehen!

Nadine stellte ein Märchen von einer Frau vor, die mit Beharrlichkeit den Mann sucht, vor dem sie immer gewarnt wurde. Edith Müller las die Geschichte eines Mannes, der seine Kinder im Unabhängigkeitskrieg verlor und Masken schnitzte, und so seine Trauer be- und verarbeitete….

Marion Roth gab eine Einführung zu Indonesien im allgemeinen und den Schattenfiguren im besonderen. Hier noch der Hinweis zu dem Theater, der diese Stücke aufführt. Wir wollen bei Gelegenheit hinfahren. Interessenten melden sich bitte beim Museum!

http://schneider.marionetten-wiesloch.de/wayang/

 

 

Vortrag zum Thema Torf stechen am 24.09.2015

Am 24. September 2015 geht unsere Vortragsreihe Wissenswertes – Interessantes – Historisches in und über Pfungstadt endlich weiter. Wolfgang Roth, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte Eschollbrücken-Eich 1982 e. V., wird uns das Thema Torf stechen näher bringen.

Der Torf Abbau war in Pfungstadt von 1823 bis 1924 und in Eschollbrücken von 1825 bis in die 1950er Jahre hinein ein wichtiger Industriezweig. Vor allem als günstiges Heizmaterial wurde Torf, welches dann durch Kohle abgelöst wurde. 

Torf stechen in Eschollbrücken um 1950

Torf stechen

24. September 2015

Beginn: 18 Uhr

Kulturhaus Ehemalige Synagoge
Hillgasse 8
64319 Pfungstadt

Vortragsreihe Wissenswertes – Interessantes – Historisches in und über Pfungstadt

  • 24.09.2015 Wolfgang Roth: Torf stechen
  • 17.12.2015 Günter Krämer: Pfungstädter WeihnachtsbräucheTorf stechen Wolfgang Roth 24.09.2015

Der Eintritt zu der Vortragsreihe ist wie immer kostenlos! unser Sparschwein freut sich aber dennoch über eine kleine Spende.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Erzählcafé im Stadtmuseum Pfungstadt – Zusammen leben

Bereits zum dritten Mal veranstalten wir in diesem Jahr in den Sommerferien ein Erzählcafé in unserem Pfungstädter Museum. Drei Wochen lang, vom 3. bis 21. August 2015, kommt an jedem Werktag eine andere Person ins Museum, die etwas Interessanten erzählt, vorführt oder mit uns gemeinsam macht. Dazu gibt es einige Snacks und Getränke – für jeden ist etwas dabei, da sind wir uns sicher!

Die Kindertage, zu denen natürlich auch Erwachsene kommen können, sind Dienstag und Mittwoch. Beginn ist an diesen Tagen schon um 10 Uhr. Pfungstädter und Nicht-Pfungstädter erzählen uns etwas über Tiere (04.08.2015 Fledermäuse, 11.08.2015 Bienen, 12.08.2015 Wölfe) und bringen vielleicht auch einige mit. Wie man Gold wäscht, erfahren wir am 05.08.2015 und selbst Käse herstellen tun wir am 18.08.2015. Der 19.08.2015 bringt uns das Pfungstädter Moor näher und außerdem basteln wir zusammen Frösche aus Papier, die tatsächlich springen!

Action für Erwachsene ist hauptsächlich am Freitag, jeweils um 18 Uhr. Am 07.08.2015 machen wir mit Dr. Thomas Maurer, Archäologe, eine Radtour auf den Spuren der Pfungstädter Fundstätten. Am 14.08.2015 nimmt uns Petra Kramer von der Pfungstädter Kräuterwerkstatt mit auf eine Reise durch die Geschichte der Gewürze und Kräuter. Und wer Petra kennt weiß, dass es da viel zu erzählen und zu probieren gibt!

Donnerstag und Montag fängt das Erzählcafé um 16 Uhr an und behandelt wichtige Pfungstädter Themen wie Mühlen am 06.08.2015, Firmen und Geschäfte am 13.08.205 und Kino am 10.08.2015. Dazu haben wir Menschen zu Besuch, die sich ausgiebig mit der jeweiligen Geschichte befasst haben. Falls Sie Bilder oder andere Unterlagen darüber noch besitzen, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sie mitbringen könnten!

Nochmals Käse herstellen und danach essen werden wir mit Gabriele Wenzel am Donnerstag, 20.08.2015. Das Abschlussfest ist am 21.08.2015. An diesem Tag erzählt uns Martha, eine Pfungstädterin mit kolumbianischer Herkunft, etwas über Lateinamerika. Anschließend gehen wir über zur einer Salsa-Party.

Der Eintritt ist selbstverständlich kostenlos. Auf einen Blick sehen Sie alle Themen und Termine in diesem Erzählcafé Programm oder bei Aktuelles & Termine.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Marion Roth und Elvira Mischler Erzählcafe Museum Pfungstadt Foto: Günter Krämer

Marion Roth und Elvira Mischler
Erzählcafe Museum Pfungstadt
Foto: Günter Krämer